PRESSE

Zeitungsartikel LA VOZ DE GALICIA.
Sarah Casado Thomas PresseFreitag, 22. September 2017. A Coruña.
Autor: Rodri García.

Sarah Casado Thomas – Enkelin von Fernando Rey
„MEIN GROßVATER FRAGTE FÜR MICH NACH AUTOGRAMMEN“

Sie studiert Schauspiel in Deutschland, nachdem sie sich in London bereits an kleineren Nebenrollen ausprobierte, und finanziert sich ihre Schauspielausbildung mit Instagram.

Es passierte am Mittwoch während der Eröffnung der Ausstellung Fernando Rey – Kavalier der Filmwelt, im „Kiosko Alfonso“. Der Sohn des Schauspielers, Fernando Casado, hielt gerade eine Rede und bevor er zum Ende kam, wies er noch auf die Anwesenheit seiner Tochter im Saal, Sarah Casado, und auf ein familiäres Detail hin: Mabel, die Frau des Schauspielers, hatte ein kleines unbeschriebenes Büchlein gekauft, damit dieser es mit sich tragen und die Leute aus der Filmwelt nach Autogrammen für die Enkelin fragen konnte, „und heute bewahrt sie dieses Büchlein auf, das er nie vollenden konnte, was aber Autogramme von beispielsweise Fellini beinhaltet, Zeichnungen…“ Als er dieses hörte, hob Rubén Ventureira, einer der Kuratoren der Ausstellung, mit einer theatralischen Geste lustig die Arme und fragte, wo denn bitte dieses „Juwel“ sei, von denen die Organisatoren nichts wussten und das Teil der Ausstellung sein sollte. Als wir Sarah Casado Thomas, 26 Jahre alt und Schauspielstudentin, gestern trafen, lachte sie beim Gedanken an dieses Erlebnis.
– Haben Sie dieses Büchlein mitgebracht? 
Nein. Es ist wie ein privater Schatz. Mein Opa hatte mich sehr lieb. Eines Tages hatte mein Vater die Idee, dass mein Großvater doch ein Büchlein mit zu den Dreharbeiten nehmen und die Leute mit denen er arbeitete nach Autogrammen für mich fragen solle. Es ist ein rosafarbenes Buch, das meine Oma mir gekauft hatte, mit einem Kätzchen vorne drauf. Für Mädchen eben. Ich weiß, dass mein Opa sehr schüchtern war und dass es ihm bestimmt schwer gefallen sein muss, nach Autogrammen für seine Enkelin zu fragen. Es ist ein wie ein kleiner Schatz. Und heute, wo ich selber versuche als Schauspielerin zu arbeiten, hat es natürlich einen noch höheren Wert für mich bekommen und ich habe es sehr ins Herz geschlossen.
– Was beinhaltet es? 
Es umfasst gemalte Bilder, Gedichte, von allem etwas. Von Fellini befindet sich eine kleine Zeichnung darin, die auf seinen Film La Strada anspielt, dann gibt es noch eine Friedenstaube die Rafael Alberti mir gemalt hat, Autogramme von Ana Belén, Alfredo Landa, von John Ford. Und auch von Leuten die nicht im Film gearbeitet haben, Schriftsteller zum Beispiel, wie Paco Umbral. In Allem spürt man die Zuneigung für ein kleines Mädchen. Es ist toll.
– Man merkt, dass er Sie sehr lieb hatte…
Mein Vater sagt, dass er eine wahre Transformation von meinem Opa miterlebt hat, wie er plötzlich mit mir spielte, mir Barbies schenkte…
– Wie war das?
Er schenkte mir sehr viele, ich hatte mindestens 50. Stell ihn dir vor, so schüchtern wie er war, und läuft mit Barbies durch die Gegend…
– Wie sind Sie in Deutschland gelandet? 
In Hamburg gibt es eine sehr renommierte Schauspielschule. Ich habe in London als Schauspielerin in unabhängigen Theaterproduktionen mitgewirkt und versuchte herauszufinden, wie diese Welt funktioniert, weil ich mir in den Kopf gesetzt hatte, Schauspielerin zu werden. Ich möchte es richtig machen und beschloss deswegen, das Handwerk von Grund auf zu studieren. Es sind insgesamt drei Jahre und ich habe noch eineinhalb Jahre vor mir.
– Ist es wegen des Einflusses Ihres Opas? 
Es ist immer normal für mich gewesen, dass mein Opa Schauspieler war. Meine Omi war ebenfalls Schauspielerin und hat mich immer mit ins Theater genommen. Ich bin in diesem Umfeld aufgewachsen. Ich habe eigentlich „International Business and Management“ studiert, doch im Laufe des Studiums wurde mir immer bewusster, dass ich eigentlich Schauspiel machen möchte. Das Business-Studium habe ich zwar erst noch abschließen wollen, aber heute bin ich sehr froh drum, dass ich nun endlich die Möglichkeit habe, Schauspiel zu studieren und es von Grund auf zu lernen, zu wissen was ich tue.
– Sprechen Sie viel für Ihren Großvater? 
Vor Kurzem habe ich ihm ein Instagram Profil eingerichtet [fernandorey_official] auf dem ich regelmäßig Bilder veröffentliche, es ist ein junge Medium und somit versuche ich, seinen Namen auch in jüngeren Generationen aufrecht zu erhalten. Ich habe auch meinen eigenen Account [sarah.casado.thomas] und kollaboriere mit verschiedenen Marken, das Typische, und so verdiene ich nebenbei ein bisschen Geld für mein Studium. Mittlerweile habe ich schon fast 13.000 Abonnenten. Den Leuten gefallen die Bilder und ich nutze die Gelegenheit darauf hinzuweisen, dass ich außerdem einen Blog führe [www.ActingDiaries.com], auf dem ich, auf Deutsch, über meine Schauspielausbildung schreibe. Mittlerweile sprechen mich schon viele Leute darauf an und haben viele Fragen zu dem Thema.