Schauspieler über Schauspiel

EIN SELBSTPORTRAIT ERFOLGREICHER SCHAUSPIELER UNSERER ZEIT – TEIL 2

9th November 2016
Teil 2 der Reihe „EIN SELBSTPORTRAIT ERFOLGREICHER SCHAUSPIELER UNSERER ZEIT“. Den ersten Teil mit vielen weiteren Aussagen gibt es hier zu lesen!

Hier kommt die zweite Ladung spannender und motivierender Aussagen von Schauspielern die wir lieben. Dieses Mal lassen wir uns von Künstlern wie Saoirse Ronan, Brie Larson und Tom Cruise inspirieren.

Ich freue mich sehr darüber, wenn ich einer Rolle begegne, die eine starke Lebensgeschichte hat. Und damit meine ich nicht, dass das „Mädchen von nebenan“ nicht auch interessant sein kann. Es ist nur so, dass sie meistens nicht auf diese Weise porträtiert wurde. Und das würde ich liebend gerne mal sehen. Es ist so, dass sie meistens eher als „die Süße“ beschrieben wird. Es wäre toll, wenn es nicht immer so wäre und Drehbuchautoren dieser Figur auch mal ein echtes Rückgrat verpassen würden. Aus diesem Grund schätze ich mich besonders glücklich, denn bisher sind mir die Meisten meiner Rollen auf diese Weise „entgegengekommen“. Sie geben mir alle etwas zum nachdenken. Ansonsten wird man faul. Wenn man nicht herausgefordert wird, verlässt man sich bei seiner Arbeit einfach auf das was gut ankommt und wächst nicht über sich hinaus.
– Saoirse Ronan

Jede einzelne Rolle die ein Schauspieler annimmt muss von ihm so behandelt werden, als wäre sie echt. So übernimmt man die richtige Menge an Verantwortung für ihre Existenz. Denn dein Job ist es Leben zu schaffen – eine luftatmende, volle, facettenreiche, verschachtelte und komplexe Person. Das ist sehr schwer zu schaffen, wenn einem diese Person deiner Rolle nicht wichtig ist.
– Andrew Garfield

Meiner Meinung nach sind Actionfilme sogar noch lustiger zu drehen als sie [im Kino] anzusehen. Für mich zumindest. Denn so bin ich direkt involviert. Die Sachen die ich lerne und die Dinge die ich tun muss sind einfach unglaublich. Sowas könnte ich niemals in meinem echten Leben machen weil es sich so natürlich nicht ereignet. Außerdem finde ich es wunderbar, weil unser Körper ein wunderbares Instrument ist. Wir können so viel mit dem Körper ausdrücken – Körpersprache, Gesichtsausdrücke. In so vielen Momenten im Leben brauchen wir nicht wirklich zu sprechen. Ich meine, es gibt ja sogar so viele Bücher über Körpersprache. Es ist ein interessantes Thema um sich damit zu beschäftigen, [gerade] auch als Schauspieler.
– Olga Kurylenko

Ich nenne Schauspiel „3D-Antrophologie“. Oder Archäologie. Es ist nämlich so, dass Schauspieler sich sozusagen ihren Weg im Mienenschacht der kollektiven menschlichen Emotionen graben, quer durch die Gegenwart und die Vergangenheit und die Geschichte. Und dann kommen die Schauspieler mit ihren Forschungsergebnissen zurück und stellen sie in den Glaskasten der Filmkunst.
– Tom Hiddleston

Wenn ich ein Drehbuch lese achte ich auf zwei Dinge. Erstens, ob sich der Autor Gedanken über die Rolle gemacht hat und ob diese womöglich außerhalb des Drehbuches existieren könnte, anstatt nur als Schachfigur für die Geschichte herzuhalten. Die zweite Sache die ich mich frage ist ob ich etwas damit anfangen kann und ob ich etwas daraus machen kann, das unterhaltsam aufzuführen ist. Denn ich denke, die Performance die am unterhaltsamsten aufzuführen ist, ist wahrscheinlich auch die unterhaltsamste zum Ansehen.
– Jesse Eisenberg

Für mich zählen zwei Dinge um eine entschiedene Meinung über ein neues Projekt zu haben. Zum einen was der Film als Ganzes repräsentiert, was sich manchmal auch ändern kann wenn ich den Film noch einmal sehe, und dann so denke „Oh, es ist eine andere Botschaft enthalten“, aber das ist egal. Und zum anderen geht es um das Gefühl und die Intention die ich mitbringe wenn ich [in das Projekt] einsteige, über den Tellerrand des Filmes hinaus. Und dann brauche ich eine Art Anschauungsweise bei der ich mich fühle als wenn ich die Einzige bin die es auf diese Weise machen kann. Mit diesen Worten und was sie für mich bedeuten.
– Brie Larson

Sobald du ein neues Projekt beginnst verlierst du als Schauspieler einen Großteil der Kontrolle. Du kannst alles aus dir rausholen, du kannst dein Bestes geben und die wunderbarsten Nachforschungen angestellt haben und dann lässt der Regisseur es für neun Monate im Schneideraum mit einem Editor. Und plötzlich kann etwas komplett anderes rauskommen. Wenn man es so sieht, dann ist der Schauspieler das eine Element in einem Projekt mit der geringsten Kontrolle.
– Zoe Saldana

Im Theater zu arbeiten trainiert wirklich deine „Schauspieler-Muskeln“. Das klingt jetzt typisch Lehrer, aber es hilft wirklich dabei schneller und direkter herauszufinden, wie deine Rolle funktioniert. Im Film hast du kaum die Zeit und du musst ziemlich schnell entscheiden, sagen wir in fünf Takes, und jede Aufnahme muss gleich sein. Ich mag es Dinge jedes Mal anders auszuführen, genau genommen bin ich sogar unfähig zweimal das Gleiche zu tun. Das führt hin und wieder zu Problemen weil das manche Regisseure nicht mögen.
– Kristin Scott Thomas

Mein ganzes Leben lang wollte ich reisen. Ich wollte Geschichten erzählen. Ich schätze mich glücklich, weil ich etwas machen darf was ich liebe. Die Möglichkeit durch die Welt zu reisen hilft dir als Mensch, weil du lebst. Als Schauspieler darf ich viele verschiedene Dinge des Lebens ausprobieren und verstehen und lernen und es gibt mir eine großartige Perspektive auf die Welt, auf das Leben, auf die Menschen. Man kann gar nicht anders menschlich zu wachsen.
– Tom Cruise

Ich hoffe diese Worte haben euch genau so inspiriert wie mich. Es gibt für mich nichts spannenderes als erfolgreichen Schauspielern zu lauschen wie sie über ihre Arbeit sprechen. Das vollständige Video auf Englisch gibt es übrigens hier und ist eine Produktion von Film4. Falls ihr jetzt schon reinschauen möchtet – scrollt weiter runter und viel Spaß!

Welchen dieser Aussagen konntet ihr am meisten zustimmen und welchen gar nicht? War etwas dabei an das ihr vorher noch gar nicht gedacht hattet? Lasst mir gerne eure Kommentare da, ich freue mich immer von meinen Lesern zu hören!

Beitragsbild: Saoirse Ronan Portrait. The Telegraph (Website). Saoirse Ronan on how Brooklyn is her own Irish-American journey. Credit: Mary McCartney

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