Acting Diaries

DIE ERSTE WOCHE MEINER SCHAUSPIELAUSBILDUNG

7th September 2016
Back to School - Schauspiel-Studio Frese Hamburg
Nach vielen Wochen voller Vorfreude und Spannung ging es am 1. September 2016 endlich los mit meiner Schauspielausbildung am Hamburger Schauspiel-Studio Frese. Hier werde ich die nächsten 3 Jahre studieren, um am Ende der Ausbildung das Diplom der Bühnenreife zu erlangen. Let the diaries begin!

Letzte Woche war es also soweit und wir wurden als Schauspielschüler des Wintersemesters begrüßt. Für mich gab es sogar eine Schultüte und zwar von meinen lieben Schwiegereltern in spe. Mein Verlobter machte es sich zum Auftrag, die kleine pinke Schultüte morgens in meiner Handtasche zu verstecken. 😉

Unser Schultag begann in demselben Raum in dem ich vor vier Monaten mit rasendem Herzen mein Vorsprechen absolvierte. Auch jetzt war ich sehr aufgeregt, allerdings wich heute die quälende Nervosität von damals der reinen Vorfreude. Als erstes wurden wir von unserem Direktor Willkommen geheißen und auch die Dozenten stellten sich vor. Schnell fiel jegliche Anspannung von Seiten der Studenten und eine lockere Atmosphäre machte sich breit. Nicht zuletzt weil es uns die Dozenten mit ihrer offenen und sympathischen Art sehr leicht machten. Viele waren zu Scherzen aufgelegt und sorgten dafür, dass ich mich sofort wohl fühlte.

Übrigens ist unser Jahrgang mit 11 Schauspielern und 2 Theaterpädagogen recht überschaubar. Grundsätzlich nimmt die Frese laut eigenen Aussagen im Durchschnitt nur 8-12 Schüler pro Semester auf. Die Schule bietet seit kurzem auch die Möglichkeit an, Theaterpädagogik zu studieren. Die Studenten dieses Faches bleiben bis zum dritten Semester bei uns „Schauspielern“ und zweigen danach in ihre eigene Fachrichtung ab.

Nach den typischen administrativen Einführungen und Materialausgaben wie Stundenpläne, Telefonlisten etc., wurde das Erstsemester-Projekt erläutert. Während dieses Projekts sollen wir gemeinsam als Jahrgang ein 60-minütiges Theaterstück auf die Beine stellen. Um es in den Worten des Schulleiters wiederzugeben: „Ihr werdet also in einen Raum gesperrt und müsst euch ein komplettes Bühnenstück ausdenken, schreiben und am Ende vorführen. Wir Dozenten haben nichts damit zu tun und helfen auch nur, wenn einer blutend am Boden liegt.“ Von der Ideenfindung über Drehbuchschreiben, Rollenausarbeitung, Bühnenbildbau und dem letztendlichen Aufführen liegt alles in unserer Verantwortung. Am Ende des 1. Semester heißt es dann: Showtime!

Ich bin sehr gespannt wie sich das Projekt entwickelt. Wir haben uns nun schon ein paar Mal getroffen und schon einige aufregende Ideen gesammelt. Grundsätzlich ist die Stimmung bei unseren Treffen immer sehr witzig und total angenehm. Meine Mitstudenten sind super lieb und es fühlt sich alles schon sehr vertraut an. Ich habe echt eine klasse Truppe erwischt!

Aber zurück zum ersten Schultag. Nach der Einführung stand THEATERSPORT auf dem Plan. Theatersport ist ähnlich wie Improvisationstheater. Das „sportliche“ kommt daher, dass zwei Mannschaften von Schauspielern gegeneinander um die Gunst des Publikums (oder einem Schiedsrichter) spielen. In den verschiedenen Spielrunden werden Punkte vergeben. Wie sich das im Unterricht genau gestalten wird weiß ich noch nicht, da erstmal Übungen und das Kennenlernen im Vordergrund standen. More next week 😉

Anschließend stand das Fach TANZ auf dem Plan. Es ging vor die große Spiegelfront für ein Aufwärmprogramm mit Ballett-Übungen. Was soll ich dazu sagen – ich bin eine blutige Anfängerin. Ich kam mir vor wie ein tollpatschiges Pinguin-Baby das gerade Laufen lernt. Zwar liebe ich es und wünschte ich würde schon mein Leben lang tanzen, allerdings hat es sich nie ergeben es als richtiges Hobby auszuüben und so bin ich bei Sportarten wie Kampfsport (Muay Thai) hängen geblieben. Dementsprechend sind meine Bewegungen zurzeit noch eher… ausbaufähig. Aber was nicht ist, kann ja noch werden! Nach dem Warm-Up folgten dann auch schnellere Beats und coole Songs wie zum Beispiel „Sail“ von Awolnation. Das Lied habe ich als es rauskam total gefeiert.

Mit dieser Tanzstunde ging unser erster Schultag nach 7 Stunden zu Ende und von da aus fiel ich ziemlich k.o. ins Bett.

Zusammenfassend bin ich super glücklich, dass uns alle so liebevoll willkommen geheißen haben, die Lehrer und besonders auch die Schüler aus den höheren Semestern. Alle kamen sofort zu einem hin und haben sich vorgestellt und viel erzählt. Total schön und gemeinschaftlich.

Die Dozenten haben ebenfalls viel von sich und ihrer Arbeit als Schauspieler mit uns geteilt. Dabei kam auch der Moment, in dem ich das erste Mal realisiert habe, wo ich eigentlich gerade bin. Umgeben von Menschen, die dieselbe Leidenschaft und dasselbe Ziel teilen, einem Menschen lauschend, der seit 30 Jahren als Schauspieler im Geschäft ist und bereit ist, sein ganzes Wissen und seine Erfahrung an uns weiterzugeben. Hinzu kommt die Vorfreude darauf, in den nächsten drei Jahren so viel wie möglich von ihm und vielen weiteren Künstlern lernen zu dürfen. Während meiner Ausbildung ist meine einzige Mission, alles an Wissen aufzusagen, umzusetzen und daran zu wachsen, wie nur möglich. Ziemlich cool!

Was sind eure Eindrücke und habt ihr Kommentare oder Fragen? Ich freue mich von euch zu hören!

Bis zum nächsten Mal,

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3 Comments

  • Reply Katrin K. 7th September 2016 at 10:01 pm

    Echt schön anschaulich und interessant geschrieben! Weiter so und fleißig weiter posten xx
    Katrin

  • Reply Linbin 13th September 2016 at 12:12 am

    Liebe Sarah, es hört sich doch super spannend an was Ihr gerade da macht! Ich verfolge deinen Blog natürlich mit großem Interesse und Neugierde. 🙂 Ich wünsche Dir viel Erfolg und vor allem viel Spaß in Deinem neuen Semester und freue mich, Dich/Euch bald wieder zu treffen und auch mehr Neuigkeiten über Deinen Blog zu erfahren.

    VG
    Linbin

    • Reply Sarah Casado Thomas 16th September 2016 at 5:49 pm

      Oh wie lieb von dir! Vielen Dank! Die zweite Woche ist nun geschafft und ich bin echt kaputt 😉 Teilweise haben wir bis 20 Uhr Unterricht, das macht sich natürlich bemerkbar… Aber bald kommt ein neuer Beitrag in dem ich ausführlicher darüber erzähle. Hoffentlich sieht man sich wirklich bald wieder! Würde mich freuen. Bis dahin und ein schönes Wochenende wünsche ich dir! 🙂

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